Hier stinkts!
Kennt ihr das auch? Das Zimmer duftet nach Turnsocken und Make-up, der Boden ist mit Haargummis übersät. Das Bett wird grundsätzlich nie gemacht und die saubere Wäsche vereint sich in einem großen Gewühl mit der schmutzigen. Was nicht wirklich dramatisch ist, da so die verstreuten Teller nicht kaputt gehen können, die sich unter dem Haufen verstecken – sind halt gut gepolstert.

Das Frustrierende: Ich kenne ja nun wirklich jeden Trick zum Thema Aufräumen, weiß, wie man sich organisiert und bekomme es trotzdem nicht hin, sie zu einem ordentlichen Menschen zu erziehen. Kein hübsches Kästchen, kein toller Wäschesack kann sie zur Zeit motivieren, ihr Zimmer ordentlich zu halten. Ich habe mir wirklich viele Gedanken gemacht und es auf „Rebellion“ gegen ihre ordentliche Mutter geschoben, aber so einfach ist es tatsächlich nicht. Wieso kann Ordnung und Teenager nicht funktionieren?
Warum sind Teenager so unordentlich? Hier brennt es!
Stellt euch folgendes vor: Ihr bekommt einen Anruf, dass euer Auto vor dem Haus in Flammen steht. Was macht ihr? Ihr rennt nach draußen und schaut nach. Was ihr nicht tut: noch schnell das Bett machen und das Klo putzen. Bei Teenagern ist das ähnlich – ihr gesamtes Leben besteht im Moment aus Anrufen, dass etwas brennt. In die Schule gehen? Dann muss aber erst das Outfit stimmen, das Make up sitzen, die richtigen Sneaker für den Sportunterricht eingepackt, die Fahrkarte gefunden, das Handy geladen und die Ohrstöpsel platziert werden. Ihre Prioritäten: Man will gutaussehend und pünktlich zur Schule kommen! Nun liegen fünf Outfits auf dem Boden rum, für die man natürlich keine Zeit hat, sie wieder in den Schrank zu hängen. Wir erinnern uns ganz kurz an das brennende Auto …

Das Leben eines Teenagers ist auf einmal so viel komplexer als früher. Wo wir früher Pausenbrote schmierten und Kleider bereit legten, müssen sie jetzt alleine unglaublich viel mehr Entscheidungen treffen. Wir wissen, dass wir den knallroten Lippenstift eher abends als morgens im Büro tragen, dass das Abendoutfit zu sexy für den Markteinkauf ist und wir morgens lieber ein Hörbuch im Auto hören als Radio. Aber all diese Dinge haben wir uns über Jahre angeeignet, während unsere Söhne und Töchter nun mit Deos, Kontaktlinsen, Rasierer, Akne-Creme und Tampons kämpfen. Und das ist nur ein Bereich! Stellt euch vor ihr hättet zusätzlich einen Job, in dem ihr permanent Neues lernt (Schule), Freizeit, in der ihr auch immer perfekt darstellen möchtet und einen Freundeskreis, der genauso durch den Wind ist wie ihr. Wir erinnern uns ganz kurz an das brennende Auto … Und: Die Pubertät verursacht natürlich durch die Hormone Chaos im Körper, Chaos im Gehirn und das spiegelt sich auch im Zimmer wider.
Ordnung und Teenager: Ommmmmmm
Seht das Teenie-Zimmer als ein Symptom für die Komplexität ihres Lebens. Die meisten Jugendlichen verbringen ihre ganze Energie damit, eine Vielzahl von Belastungen und volle Zeitplänen (z. B. Schulaufgaben, soziale Belange, Aktivitäten …) durchzustehen, wobei der Zustand ihrer Zimmer die geringste ihrer Sorgen ist.
Ich muss gestehen, dass mich diese Sicht auf die Dinge unglaublich entspannt! Aber: Es gibt Ausnahmen! Auch wenn es im Kinderzimmer brennt, dann möchte ich trotzdem nicht die Asche durch den Rest der Wohnung fliegen haben!

Bei dir darf es brennen, aber bei mir ist gerade Feuerpause
Wenn das Chaos des Teenagers den Rest der Familie einschränkt, dann sollte man einschreiten. Bei uns ist Sophies Zimmer ihr Reich. Aber der Rest der Wohnung wird von ihrer Unordnung bitte schön verschont. Sie muss das Bad nach Benutzung ordentlich hinterlassen, Teller wegräumen und auch Schuhe dürfen nicht alleine durch die Wohnung wandern. Da bin ich hart und da gibt es auch keine Ausreden! Da können alle Autos vor unserem Haus brennen – diese Regel setze ich durch, da sie genau weiß, welche Erwartung ich habe und wie wichtig die Rücksichtnahme für den Rest der Familie ist. Nicht, dass das immer funktionieren würde, aber ich arbeite an mir 😉

Ordnungstipps für Teenager: Gemeinsame Lösungen finden
Es funktioniert einfach nicht, dem Teenie Boxen hinzustellen. Er wird über sie hinweg steigen oder Schimmelpilze drin züchten, aber seinen Kram nicht hinein räumen.
Also müssen wir dann doch in den sauren Apfel beißen und mal genau hinhören: Fragt bei eurem Kind doch mal nach, wie es sich sein Zimmer vorstellt. Vielleicht ist es ja selbst unzufrieden mit der Situation. Und dann schauen wir, was helfen könnte, mehr Ordnung in den Raum zu bekommen. Gemeinsames Entrümpeln – gar keine schlechte Idee, denn oft finden wir noch eine Menge an Spielzeug, das wir nicht mehr benötigen. Haken an der Wand sind super und einfach zu nutzen, große Wäschekörbe funktionieren auch oft prima. Einfach muss es sein bei Ordnung für Teenager!
Und jetzt kommt ein ganz großer Wermutstropfen für alle Designfans:
Und jetzt kommt die Wahrheit zu den Ordnungstipps für Teenager: Verabschiedet euch von durchgestylten Jugendzimmern! Entweder ist es dort so unordentlich, dass man euer Designkonzept nicht mehr sehen kann oder es ist praktisch. Ok, auf ein bisschen Stil verzichten wir nicht, aber meine Erfahrung zeigt (und ich habe schon viele schöne Kinder- und Jugendzimmer gesehen, in die sehr viel Herzblut der Mütter investiert wurde), dass Fussballklamotten an Haken nie schön sind …

Was aber tun, wenn das Kind meint, dass es sich in dem Chaos sehr wohl fühlt (so wie meins)? dann gibt es drei Grundregeln, die eingehalten werden müssen und die auch in ein Teenie-Hirn passen:
- Geschirr abends IMMER rausgebringen und in die Spülmaschine stellen. Essensachen werden nicht im Zimmer aufbewahrt!
- Saubere Wäsche in den Schrank räumen
- Alle 2 Wochen wird grob aufgeräumt, so dass geputzt werden kann.
Das funktioniert so einigermaßen gut – nur das mit der sauberen Wäsche üben wir noch ein bisschen 😉 …
Und was habt ihr für Tricks beim Aufräumen von Teenie- und Kinderzimmern? Wie sieht es bei euch aus bei Ordnung und Teenager?
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